Gutachten Univ. Prof. Dr. Gerald Wolf

Gutachten

Die Therapie den „Primären und obstruktiven

Schnarchens mit dem 123schnarchfrei.at Trainingsballonen

(Univ. Prof. Dr. G. Wolf/HNO-Univ. Klink Graz)

Schnarchgeräusche können im Nasen, Mund- oder Rachenbereich entstehen. Meist liegt die Ursache des Schnarchens in einer Erschlaffung der Rachenmuskulatur während des Schlafens, wobei die vorbeiströmende Atemluft das Gewebe des Pharynxschlauches in Vibration versetzt. Schnarchen ist meist nicht nur für Betroffene ein Problem, sondern oftmals ein noch größeres für ihre Mitmenschen. Abgesehen von der akustischen Belastung können fortgeschrittene Stadien des Schnarchens schwere psychosoziale Folgen in Lebensgemeinschaften haben und zu gesundheitlichen Schäden führen.

Definition

Das primäre (habituelle) Schnarchen ist gekennzeichnet durch laute Atemgeräusche der oberen Atemwege ohne Apnoe- und Hypopnoephasen.

Beim obstruktiven Schnarchen (Upper Airway Resistance Syndrome) treten infolge erhöhten Atemwiderstandes zusätzliche Hypopnoen und Störungen der Schlafarchitektur durchWeckreaktionen (Arousals-) mit nachfolgender Tagesmüdigkeit auf. Beiden schlafbezogenen Atemstörungen gemeinsam sind die starke psychische Belastung und der Leidensdruck der Betroffenen und ihrer Partner. Die Häufigkeit des primären Schnarchens wird bei Männern auf 50-60% geschätzt.

Vom primären und obstruktiven Schnarchen ist das obstruktive Schlaf-Apnoe-Syndrom abzugrenzen.
Die Leitsymptome des obstruktivem Schlaf-Apnoe-Syndrome (OSAS) sind neben Schnarchen Tagesmüdigkeit, erhöhter Einschlafneigung und Konzentrationsstörungen die charakteristisch nächtlichen Apnoen mit Absinken des Sauerstoffgehaltes im Blut. Die Prävalenz des OSAS liegt bei Männern zwischen 5% – 10% und bei Frauen zwischen 2% – 4%. Schwerwiegende Nebenerscheinungen im Herzkreislaufsystem wie Bluthochdruck, pulmonale Hypertension, Herzrhymusstörungen und erhöhtes Herzinfarktrisiko machen eine Schlafanalyse in einem Schlaflabor erforderlich. Dort erfolgt eine Analyse der Herz- und Atemtätigkeit sowie der Sauerstoffaufnahme während des Schlafes. Wenn erforderlich erfolgt die Anpassung einer Atemhilfe zur Heimtherapie. Diese führt des Schlafes Raumluft mittels eines Kompressors unter Druck über eine Atemmaske zu (nCPAP = nasal continous positive airway pressure). Freie obere Atemwege sind eine Grundvoraussetzung zur Anpassung. An dieser Stelle soll jedoch nicht weiter auf das OSAS und seine Therapie eingegangen werden.

Diagnostik:

1.Schlafbezogene Anamnese:
Sie erlaubt oftmals ein OSAS vom primären Schnarchen abzugrenzen. Erhoben werden die Charakteristik und Intensität der Atemgeräusche, Schlafgewohnheiten, Schlafqualität, Tagesmüdigkeit, morgendliche Kopfschmerzen, Einschlafneigung und Körpergewicht (Body-Mass-Index).

2.HNO-Untersuchung:
Untersucht werden die Nasenluftpassage (endoskopisch), Form des weichen Gaumens, Faltenbildungen der Mucosa („Webbing“), Länge der Uvula und Größe der Tonsillen. Die Kollapsneugung des weichen Gaumens und des Zungengrundes wird mit dem flexiblen Endoskop eburteilt („Müller Manöver“)

3.Polysomnographie
Als ambulante oder stationäre Screeninguntersuchung dient sie der Diagnose nächtlicher Atemaussetzer, der Sauerstoffabfälle und des Schnarchens. Die Aufzeichnung ermöglicht im Falle eines OSAS die Unterscheidung zwischen zentralen und obstruktiven Atemstörungen. Bei ausgeprägter oder unklarer Symptomatik sollte die Einweisung in ein Schlaflabor zur weiteren stationären Abklärung und n-CPAP Anpassung erfolgen.

4.Als zusätzliche Untersuchungen können Röntgenseitbild zur Kephalometrie sowie eine lungenfachärztliche, internistische oder neurologische Untersuchung notwendig sein.

Therapie des primären und obstruktiven Schnarchens mit dem 123Schnarchfrei Trainingsballon:

Da beim primären Schnarchen der Leidensdruck der subjektiven Beurteilung des Patienten und seiner Umwelt unterliegt und schwerwiegende Folgeerkrankungen nicht zu erwarten sind, sollten therapeutische Maßnahmen primär konservativ erfolgen. Nur bei dringendem Behandlungswunsch und entsprechender Selektionierung der Patienten wird operativ vorgegangen.
Der 123schnarchfrei Trainingsballon führte bei einer Testgruppe von 100 Personen bei 78 Personen zu einer vollständigen, bei 9 Personen zu einer temporären Besserung.
Der Effekt des 123schnarchfrei Trainingsballons beruht auf einer Kräftigung der Rachen- und Atemmuskulatur. Der Muskeltonus der Muskulatur im Gaumen und Rachenbereich wird erhöht. Dadurch wird das Oszillieren des weichen Gaumens, welches zur Entstehung der Schnarch-Geräusche führt, vermindert oder reduziert. Die Anwendung ist einfach und nicht zeitaufwändig. Es muss natürlich erwähnt werden, dass ein positiver Effekt nur erzielt werden kann, wenn die Schnarch-Geräusche in dieser Ebene entstehen.
Eine sorgfältige Voruntersuchung durch HNO Arzt und Pulmologen (inkl. Respiratorischer Polygraphie) sollte erfolgen, um die Patienten entsprechend zu selektionieren und ein OSAS auszuschließen. Der Vorteil des 123Schnarchfrei Trainingsballons liegt darin, dass es eine einfache, nicht invasive Methode ist und jede weitere therapeutische Option offen steht.

Univ. Prof. Dr. Gerald WOLF
HNO-Univ.-Klinik
Auenbruggerplatz 26
A-8036 Graz